Kurze Geschichte des Konzepts

Warum PESIR gegründet wurde.

Mehr dazu im "Leitfaden zum besseren Verständnis eines Fünfjährigen", S. 2-3: hier klicken

1981 - 1991

Mehr dazu im "Leitfaden zum besseren Verständnis eines Fünfjährigen", S. 4-7: hier klicken

Der Schwerpunkt der ersten Jahre lag auf der Förderung von Einrichtungen weg von der "Sitzpädagogik" zur "Bewegungspädagogik". Nicht nur in den Kitas (Sitzkindergärten), sondern auch an Grundschulen war es zu der Zeit eine wünschenswerte Leistung, still sitzen zu können.Die ersten Warnsignale einer solchen, verfehlten Anforderung an kleine Kinder wurden übersehen (sh. Leitfaden).

In der Weiterbildung kämpften wir gegen hirnrissige Dienstanweisungen, die angeblich die Aufsichtsplichtsverletzung und damit die Trägerhaftung in Schach halten sollten und gegen die Auffassung, dass alle Bewegungstätigkeiten, die 1 m über dem Erdboden geschahen, lebensgefährlich seien. Erst als die Landesunfallkasse mit belastbaren Zahlen richtig stellte, dass nicht Bewegung das Risiko von Unfällen erhöht, sondern die mangelnde Bewegungserfahrung, hatten die Weiterbildungsreferenten es leichter.

1992 - 2001

Die Zeit nach der "Wende" war in vielerlei Hinsicht auch eine Wende in der Bildungs- und Sozialpolitik.  Es waren auch die ersten Jahre neuer Sozialgesetzbücher, z. B. des Kinder- und Jugendhilfegesetzes. Es sah sich u. a. nur für die "seelisch behinderten und von Behinderung bedrohten Kinder" in der gesetzlichen Leistungspflicht, also die im Sprachgebrauch "verhaltensgestörten". Kinder mit anderen Behinderungen waren (und sind) nachfolgenden SGB XII - Eingliederungshilfe - leistungsberechtigt. Für alle wurde ein ärztliches Rezept gefordert.

Für die psychomotorischen Spielgruppen und auch für ISPO bedeutete die fortlaufende "medizinische Sicht" auf Kinder, dass sie nur mit Mühe und großer Kreativität hinsichtlich der Kompensation ausbleibender Finanzierung überleben konnten. "Entwicklungsfördrung" fiel immer "zwischen die Stühle" . Es war mehr als nur "Kinderturnen" und  sollte doch nicht "Therapie"sein. Besonders betroffen waren Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen, die eine Entwicklungsförderung brauchten, aber keine ärtzliche Diagnose vorweisen konnten (oder deren Eltern das nicht wollten).

Ganz anders in der Schule : Hier zündete bei Hunderten von Lehrkräften die Idee, PsychoMotorik als integrierten Bestandteil ihrer Zusammenarbeit mit den Schülern zu sehen. Die Lehrerfortbildung auf der Grundlage des PESIR-Grundkurses unter der Leitung von Uwe Treeß hat in diesen 10 Jahren über 200 Lehrer fort- und weitergebildet. mehr ... (Text aus Hamburger Forum: Das PsychoMotorik-Konzept in der beruflichen Weiterbildung, s. 148 - 167. Kann gescannt werden)

Zahlreiche Kitas in Hamburg wurden faktisch Bewegungskitas. Die ersten Waldkindergruppen entstanden. Gleichzeitig  wurde ein großes Ausbauprogramm angeschoben, das den neuen Rechtsansprüchen der Familien mit Kindern ab Drei Rechnung tragen sollte. Damit war aber auch eine konzeptionelle Wende hin zu mehr offener und gruppenübergreifender Arbeit verbunden. Das PsychoMotorik-Konzept mit seiner situativen Offenheit, den Möglichkeiten, über Raumgestaltung innen und aussen eine weniger verkrampfte Kind-Erzieher-Beziehung herzustllen, leistete in dieser bewegten Zeit Großes: es bildete soviele Erzieherinnen wie nie zuvor und nie danach weiter, um den neuen Anforderungen gerecht werden zu können. Die Werkstatt und der Vertrieb psychomotorischer Spielgeräte von Manfred Möller hatte Hochkonjunktur.

Die PESIR-Aktivisten hatten eine neue Idee: Sie wollten gemeinsam mit namhaften Trägern der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsförderung eine nicht-kommerzielle "Kinderaktionshalle" bauen. Dass daraus bis heute nichts geworden ist, können wir uns und unseren Mitstreitern nicht anlasenten. Die Idee ist aber keineswegs gestorben. Sie lebt in unseren Köpfen weiter und wird - die gewinn-einstreichenden Indoor-Hallen ausgenommen - mit viel Engagement und Kompetenz - z. T. auch mit ehemaligen, PESIR-Aktivisten und Ruheständlern - in mindestens 2 Hamburger Stadtteilen weiter entwickelt (Neu-Allermöhe, Veddel).

Mehr dazu unter Projekte und Events.

2002 - 2012

Wir ernten jetzt die reifen Früchte der nunmehr 20-jährigen umfassenden integrativen Arbeit: Unser Konzept der bewegungs- und spiel-akzentuieren frükindlichen Bildung ist in Hunderten von Kitas angekommen: sie haben sich von Sitzkindergärten zu echten Bewegungskitas entwickelt. In den Quartieren Hamburgs, in denen PESIR mit psychomotorischen Spielgruppen präsent ist oder war, haben die meisten Kitas mit unserer Hilfe diese Arbeit selbst übernommen.

In vielen integrativen Grundschulen ist immer noch das, was Lehrkräfte in der Lehrerbildung mit Uwe Treeß erarbeitet haben, sichtbar - auch wenn die Sorge besteht, dass bildungspolitisch geprägte "Megathemen" wie Inklusion reine Rhetorik bleiben, weil die mit einem psychomotorischen Ansatz verbundene Veränderung des Schulunterrichts nicht umgesetzt  und die "Psychomotorik" ausgesperrt aus dem allgemeinen Unterricht nur auf den Sportunterricht verkürzt wird.

Ein Geist, den wir auch mit Hilfe mit der Psychomotorik endgültig in der Flasche versenken wollten, ist jetzt allerdings wieder aufgetaucht: die Diskussion um ADHS und Ritalin. Mehr...

Schlaglicht 2012

Die letzte Jahreshauptversammlung im November 2012 brachte es an den Tag: wir brauchen dringend einen neuen Internet-Auftritt!